Wer in Deutschland Tennis live im Stream oder Fernsehen verfolgen will, steht 2026 vor einem Puzzle mit vielen Teilen. Die Zeiten, in denen ein einziger Sender die wichtigsten Turniere übertrug, sind vorbei. Stattdessen verteilen sich die Rechte auf mindestens ein halbes Dutzend Anbieter: Sky zeigt die ATP- und WTA-Tour, Amazon Prime Video hat Wimbledon exklusiv, Eurosport überträgt die Australian Open und Roland Garros, Sportdeutschland.TV hält die US-Open-Rechte, und im Free-TV taucht Tennis nur noch sporadisch auf. Kein Match mehr verpassen — das ist der Anspruch, aber ohne Orientierung ist er schwer einzulösen.
Der Markt für Tennisübertragungen in Deutschland hat sich in den vergangenen drei Jahren grundlegend gewandelt. Klassische TV-Sender haben Rechte verloren, Streaming-Plattformen haben sie übernommen, und die Fragmentierung hat ein Niveau erreicht, das selbst engagierte Fans verwirrt. In deutschen Tennis-Foren und Social-Media-Gruppen gehört die Frage „Wo läuft Tennis heute?“ zu den meistgestellten — ein Symptom eines Marktes, der Orientierung dringend nötig hat. Diese Übersicht schafft Klarheit: Welcher Anbieter zeigt welche Turniere, was kostet der Zugang, und welche kostenlosen Alternativen gibt es? Wir haben die komplette Übertragungskarte für die Saison 2026 zusammengestellt — vom Australian Open im Januar bis zu den ATP Finals im November.
Ein Kontext für die Dimension des Marktes: Die ATP-Tour verzeichnete 2025 eine globale Übertragungsreichweite von über einer Milliarde Zuschauern. Andrea Gaudenzi, Chairman der ATP, sprach von einem Meilensteinjahr mit Rekordzahlen bei Zuschauern, kommerziellen Einnahmen und digitalem Engagement. In Deutschland, wo der DTB 1,52 Millionen Mitglieder zählt und Tennis seit Jahren wächst, ist die Nachfrage nach Live-Übertragungen entsprechend hoch. Die Frage ist nur, wo man sie findet.
Die Übertragungskarte: Wer zeigt was in Deutschland
Der erste Schritt zur Orientierung ist eine klare Zuordnung der wichtigsten Turniere zu ihren Übertragungspartnern. Stand 2026 sieht die Landschaft in Deutschland wie folgt aus — und sie ist komplexer, als die meisten Fans vermuten.
Die Grand-Slam-Turniere, die vier wichtigsten Events des Jahres, verteilen sich auf drei verschiedene Anbieter. Die Australian Open und Roland Garros laufen bei Eurosport, das als Teil des Discovery-Konzerns über den Eurosport Player und über DAZN zugänglich ist. Wimbledon ist seit 2025 exklusiv bei Amazon Prime Video zu sehen — ein Rechtepaket, das für Aufsehen sorgte, weil es das traditionsreichste Tennisturnier der Welt hinter eine Bezahlschranke stellte, die vorher nicht existierte. Die US Open wiederum werden von Sportdeutschland.TV übertragen, einer Plattform, die vielen Fans bislang eher als Nischensender für Randsportarten bekannt war. Laut Racketfreaks.de, einer der zuverlässigsten deutschen Quellen für Tennisübertragungen, hält Sportdeutschland.TV diese Rechte bis mindestens 2027.
Außerhalb der Grand Slams dominiert ein Anbieter: Sky. Der Pay-TV-Sender zeigt die große Mehrheit der ATP-Tour- und WTA-Tour-Turniere, darunter die meisten Masters-1000-Events, die ATP-500- und ATP-250-Turniere sowie zahlreiche WTA-Veranstaltungen. Laut Sky Sport umfasst das Rechtepaket über 80 Turniere und mehr als 4.000 Matches pro Jahr. Es ist das mit Abstand umfangreichste Tennis-Angebot auf dem deutschen Markt. Dazu kommen die US Open, die Sky ebenfalls im Programm hat — parallel zu Sportdeutschland.TV, was eine der wenigen Doppelübertragungen im deutschen Tennismarkt darstellt.
Für Fans, die die gesamte Saison lückenlos verfolgen wollen, ergibt sich daraus eine unbequeme Wahrheit: Ein einzelnes Abonnement reicht nicht. Sky deckt den Großteil der Tour ab, aber für die Grand Slams braucht man zusätzlich Eurosport, Prime Video und Sportdeutschland.TV. Es ist eine Fragmentierung, die den Geldbeutel belastet und die Frage aufwirft, ob sich der Markt mittelfristig konsolidieren wird. In anderen europäischen Ländern — etwa Großbritannien, wo Sky und die BBC gemeinsam eine breitere Abdeckung bieten — ist die Situation weniger zersplittert. Deutschland hingegen zahlt den Preis für einen Rechtehandel, der sich an Höchstbietern orientiert statt an Fan-Bedürfnissen.
Eine Besonderheit des deutschen Marktes ist die Rolle von DAZN. Der Sport-Streaming-Dienst zeigt zwar kein Tennis direkt, bietet aber über seine Partnerschaft mit Eurosport Zugang zu den Australian Open und Roland Garros. Wer ohnehin ein DAZN-Abo für Fußball oder andere Sportarten hat, kann damit zwei Grand Slams ohne zusätzliche Kosten verfolgen. Es ist kein offizielles Tennis-Paket, aber ein pragmatischer Weg für Multisport-Fans, der die Gesamtkosten reduziert.
Sky Sport Tennis: Das Herzstück der deutschen Tennisübertragung
Sky ist in Deutschland der wichtigste Anbieter für Tennis. Der Sender hat in den vergangenen Jahren massiv in Tennisrechte investiert und sich damit als zentrale Anlaufstelle für Fans etabliert. Über die dedizierten Kanäle Sky Sport Tennis, Sky Sport Top Event und die Sky-Go-App ist der Zugang auf Fernseher, Laptop, Tablet und Smartphone möglich.
Das Angebot umfasst die ATP Tour und die WTA Tour in erheblicher Breite: Alle neun Masters-1000-Turniere, die wichtigsten ATP-500-Events, zahlreiche ATP-250-Turniere und ein großer Teil des WTA-Kalenders. Dazu kommen die US Open als einziges Grand-Slam-Turnier im Sky-Portfolio. Die Berichterstattung ist professionell, mit deutschen Kommentatoren, Analysen und Studio-Sendungen vor und nach den Matches.
Was die Kosten betrifft: Das Sky Sport Paket, das Tennis enthält, ist ab etwa 21,99 Euro pro Monat im 24-Monats-Abo erhältlich, in Kombination mit dem obligatorischen Sky Entertainment Paket. Im 12-Monats-Abo liegt der Preis bei rund 24,99 Euro monatlich. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit steigt der Preis auf den Standardtarif von 34,50 Euro. Wer keine langfristige Bindung eingehen möchte, kann auf WOW ausweichen, den Streaming-Dienst von Sky, der die gleichen Tennis-Inhalte für 29,99 Euro im Monatsabo bietet — monatlich kündbar, aber ohne die lineare TV-Erfahrung.
Für reine Tennisfans stellt sich die Frage, ob Sky das Geld wert ist. Die Antwort hängt von der Nutzungsintensität ab. Wer regelmäßig ATP- und WTA-Turniere verfolgt — also mehrmals pro Woche — bekommt bei Sky ein Angebot, das in Umfang und Qualität konkurrenzlos ist. Die über 4.000 Matches pro Jahr bedeuten, dass an fast jedem Tag des Jahres Live-Tennis verfügbar ist. Wer hingegen nur die Grand Slams verfolgt, braucht Sky nicht zwingend — drei der vier Majors laufen bei anderen Anbietern. Die Stärke von Sky liegt im Tour-Alltag, nicht in den Highlights.
Ein praktischer Tipp: Sky bietet die Möglichkeit, DAZN als Zusatzpaket direkt über die Sky-Plattform zu buchen. In dieser Kombination erhält man über eine einzige Benutzeroberfläche Zugang zu Sky Sport Tennis, den Eurosport-Kanälen via DAZN und damit zu den Australian Open und Roland Garros. Der Preis steigt dadurch auf rund 57 Euro monatlich im Kombi-Angebot — nicht billig, aber die bequemste Lösung für Fans, die alles aus einer Hand wollen. Alternativ gibt es die WOW-Option für monatlich kündbare Flexibilität, die sich besonders für Tennisfans eignet, die nur während der Turniersaison von März bis November aktiv schauen und in den Wintermonaten pausieren.
Streaming-Plattformen: Eurosport, Prime Video, Tennis TV und DAZN
Neben Sky konkurrieren mehrere Streaming-Dienste um die Aufmerksamkeit deutscher Tennisfans. Die Landschaft ist vielfältig, und jeder Anbieter hat sein eigenes Profil.
Eurosport, Teil des Warner Bros. Discovery-Konzerns, zeigt die Australian Open und Roland Garros — zwei der vier Grand Slams und damit die beiden europäisch geprägten Majors im Kalender. Der Zugang erfolgt über den Eurosport Player, der als Einzelabo oder als Teil von DAZN verfügbar ist. Seit der Integration in das DAZN-Ökosystem ist Eurosport für Nutzer erreichbar, die ohnehin ein DAZN-Abo haben — eine Kombination, die besonders für Multisport-Fans attraktiv ist, auch wenn DAZN mit einem Preis von rund 34,99 Euro monatlich im Jahresabo keine günstige Option darstellt. Wer nur die Grand Slams auf Eurosport sehen möchte, kann den Eurosport Player separat buchen — die Kosten variieren je nach Angebot zwischen 6,99 und 9,99 Euro pro Monat. Besonders praktisch: Eurosport überträgt auch kleinere Turniere im Umfeld der Grand Slams, sodass man während der Australian-Open- und Roland-Garros-Wochen ein dichtes Programmpaket erhält, das weit über die Hauptmatches hinausgeht. Die Kommentierung erfolgt auf Deutsch, und die Studiogäste bringen eine analytische Tiefe mit, die im deutschen Sportfernsehen selten geworden ist.
Amazon Prime Video hat seit 2025 die exklusiven Übertragungsrechte für Wimbledon in Deutschland. Für Prime-Mitglieder, die ohnehin 8,99 Euro monatlich oder 89,90 Euro jährlich zahlen, ist die Wimbledon-Übertragung ohne Zusatzkosten enthalten. Das macht Prime Video zum preiswertesten Weg, ein Grand-Slam-Turnier in Deutschland zu sehen — vorausgesetzt, man ist bereits Mitglied. Wer Prime nur für Wimbledon abschließt, zahlt effektiv 8,99 Euro für zwei Wochen Rasentennis und hat zusätzlich Zugriff auf die gesamte Prime-Video-Bibliothek, den kostenlosen Versand bei Amazon und die Musik-Flatrate. Das Wimbledon-Finale 2025 zwischen Sinner und Alcaraz zog auf ESPN in den USA 2,9 Millionen Zuschauer an, ein Anstieg von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland lagen die Prime-Video-Zuschauerzahlen naturgemäß niedriger, aber die Tendenz war ähnlich: Tennis generiert auch auf Streaming-Plattformen wachsende Aufmerksamkeit. Amazon hat das Potenzial erkannt und investiert in die Produktionsqualität — mit mehreren deutschen Kommentatoren, Analysten und einer eigenen Wimbledon-Studiosendung, die den BBC-Standard als Vorbild nimmt.
Sportdeutschland.TV, der Anbieter der US-Open-Rechte, ist für die meisten deutschen Tennisfans ein unbekanntes Terrain. Die Plattform, die ursprünglich als Portal für Randsportarten wie Handball, Hockey und Volleyball gegründet wurde, hat sich durch den Tennis-Deal ein neues Profil erarbeitet. Die Übertragung erfolgt als Live-Stream, die Qualität ist solide — HD-Auflösung, stabiles Streaming, akzeptable Latenz — und die Kosten liegen bei etwa 9,99 Euro für ein Monatsabo oder 59,99 Euro für das Jahrespaket. Für die zwei Wochen der US Open ist das ein akzeptabler Preis — für den Rest des Jahres bietet die Plattform allerdings wenig Tennis-relevantes. Der kluge Tennisfan bucht Sportdeutschland.TV für den September und kündigt danach wieder.
Tennis TV verdient eine gesonderte Erwähnung, weil es das einzige Produkt ist, das sich ausschließlich an Tennisfans richtet. Der Streaming-Dienst der ATP zeigt sämtliche ATP-Tour-Events als Live-Stream und On-Demand — von den Masters-1000 bis hinunter zu den ATP-250-Turnieren. Die Grand Slams fehlen allerdings, da diese separat lizenziert werden. Für etwa 14,99 Euro monatlich oder 109,99 Euro jährlich erhält man Zugang zu jedem ATP-Match, inklusive der Qualifikationsrunden und der Frühphasen, die bei Sky oft nicht vollständig gezeigt werden. Die Kommentierung erfolgt auf Englisch, die App ist auf allen gängigen Plattformen verfügbar. Für Puristen, die auch das Erstrundenmatch eines ATP-250-Turniers in Marrakech sehen wollen, ist Tennis TV die einzige Option — für die meisten Fans dürfte Skys Auswahl allerdings ausreichend sein.
Kostenlose Optionen: Free-TV und öffentlich-rechtliche Sender
Wer Tennis in Deutschland kostenlos sehen möchte, muss 2026 kreativ werden — denn das Angebot im Free-TV ist auf ein Minimum geschrumpft. Die goldenen Zeiten, in denen ARD und ZDF die Grand Slams live übertrugen, sind seit Jahren vorbei. Was geblieben ist, sind Zusammenfassungen und Highlight-Sendungen, die in der Sportschau oder im ZDF Sportstudio gelegentlich auftauchen — aber keine Live-Übertragungen von Bedeutung.
Eine Ausnahme bildet gelegentlich ServusTV, der österreichische Privatsender, der in weiten Teilen Süddeutschlands und über Satellit empfangbar ist. ServusTV hat in der Vergangenheit einzelne ATP-Turniere live übertragen — darunter Teile der Sandplatzsaison und des Wiener Indoor-Turniers — und bietet damit einen kostenlosen Zugang, der allerdings weder vollständig noch verlässlich ist. Die Auswahl der übertragenen Turniere variiert von Jahr zu Jahr und richtet sich nach den verfügbaren Sublizenzen. Für deutsche Zuschauer im Norden des Landes, die ServusTV nicht über Kabel empfangen, bleibt der Zugang über Satellit oder die ServusTV-Mediathek im Internet.
Die ARD und das ZDF haben im Tennis praktisch keine Rolle mehr. Zwar werden bei Olympischen Spielen die Tennismatches im Rahmen der Gesamtberichterstattung gezeigt, und die Sportschau berichtet gelegentlich über Grand-Slam-Ergebnisse in ihren Zusammenfassungen, aber reguläre Tour-Übertragungen finden nicht statt. Für den Sportfan, der ausschließlich auf öffentlich-rechtliche Sender angewiesen ist, bedeutet das: Tennis ist de facto nicht live zugänglich. Es ist eine Situation, die in der Branche kontrovers diskutiert wird — die Rechtekosten sind für die öffentlich-rechtlichen Sender angesichts der Konkurrenz durch Sky, Amazon und DAZN nicht tragbar, gleichzeitig entfernt sich eine wachsende Sportart von einem großen Teil ihres potenziellen Publikums. In Frankreich überträgt France Télévisions die French Open im Free-TV, in Großbritannien zeigt die BBC Wimbledon kostenlos. Deutschland hat kein vergleichbares Grand-Slam-Fenster im frei empfangbaren Fernsehen.
Ein kostenloser Kompromiss, der zumindest die Ergebnisse und den Turnierverlauf abdeckt, sind die offiziellen Websites und Apps von ATP, WTA und den Grand-Slam-Turnieren. Live-Scores, Spielstatistiken und kurze Highlight-Clips sind dort frei verfügbar. Die ATP-App bietet zudem Push-Benachrichtigungen für einzelne Spieler, sodass man kein Ergebnis verpasst, auch wenn man das Match nicht live sehen kann. Drittanbieter-Apps wie Flashscore oder Sofascore liefern Echtzeit-Scores mit detaillierten Punkt-für-Punkt-Statistiken. Wer sich für die Taktik und die visuellen Details eines Matches interessiert, wird damit nicht glücklich — aber als Ergänzung zu einer oder zwei bezahlten Quellen kann es den Gesamtüberblick sichern und die Kosten im Rahmen halten.
Kostenvergleich: Was Tennis-Fans 2026 zahlen müssen
Fassen wir zusammen, was ein umfassendes Tennis-Erlebnis in Deutschland 2026 kostet. Die Rechnung hängt davon ab, wie viel Tennis man sehen möchte — und die Spanne ist erheblich.
Für den Gelegenheitsfan, der nur die vier Grand Slams verfolgen will, sieht die Rechnung wie folgt aus: Eurosport Player für Australian Open und Roland Garros kostet ab rund 7 Euro monatlich, Amazon Prime für Wimbledon rund 9 Euro monatlich (mit allen anderen Prime-Vorteilen), und Sportdeutschland.TV für die US Open etwa 10 Euro pro Monat. Insgesamt kommt man auf rund 26 Euro monatlich, wenn man alle drei Dienste gleichzeitig aktiv hat — wobei man Eurosport und Sportdeutschland.TV außerhalb der jeweiligen Turnierwochen pausieren oder kündigen kann. Realistisch betrachtet dürfte der Grand-Slam-Fan mit etwa 150 bis 200 Euro pro Jahr auskommen.
Für den Vollzeit-Tennisfan, der die gesamte Tour verfolgen möchte, wird es teurer. Sky Sport ist mit mindestens 22 Euro monatlich die Basis, dazu kommen die drei Grand-Slam-Anbieter. In der Summe landet man bei rund 40 bis 50 Euro pro Monat, also 480 bis 600 Euro pro Jahr. Wer noch Tennis TV für die vollständige ATP-Abdeckung hinzubucht, addiert weitere 110 Euro jährlich. Es sind Beträge, die im Vergleich zu anderen Sportarten — etwa Fußball, wo DAZN und Sky zusammen leicht 70 Euro monatlich kosten können — noch moderat sind, aber für viele Fans die Schmerzgrenze erreichen. Für Familien, in denen mehrere Personen Tennis verfolgen, relativieren sich die Kosten allerdings: Sky erlaubt mit der Multiscreen-Option die gleichzeitige Nutzung auf mehreren Geräten, und Amazon Prime kann ohnehin von der gesamten Familie genutzt werden.
Der günstigste Weg, möglichst viel Tennis für möglichst wenig Geld zu sehen, ist eine Kombination aus Sky WOW (29,99 Euro monatlich, kündbar) und Amazon Prime (8,99 Euro). Damit deckt man die ATP/WTA-Tour, die US Open und Wimbledon ab. Für die Australian Open und Roland Garros kommt der Eurosport Player hinzu — idealerweise nur für die jeweiligen Turnierwochen gebucht und danach wieder gekündigt. Diese Kombination kostet je nach Nutzungszeitraum zwischen 40 und 50 Euro monatlich und bietet die breiteste Abdeckung bei maximaler Flexibilität. Wer noch strategischer vorgeht, bucht Sky WOW nur von März bis November und spart so die Wintermonate, in denen die Tour-Aktivität geringer ist.
Eine dritte Option richtet sich an Fans, die vorrangig ein einzelnes Turnier oder einen einzelnen Spieler verfolgen: Die offiziellen Grand-Slam-Apps und -Websites bieten während der Turnierwochen kostenlose Live-Scores, Statistiken und kurze Highlight-Clips. In Kombination mit den Zusammenfassungen in der Sportschau und auf YouTube-Kanälen wie denen der ATP und WTA lässt sich ein Turnierverlauf ohne Bezahlabo nachverfolgen — allerdings ohne die Live-Bilder, die das eigentliche Erlebnis ausmachen.
Kein Match mehr verpassen — das bleibt 2026 ein Ziel, das seinen Preis hat. Aber die Optionen sind vorhanden, die Qualität der Übertragungen ist hoch, und für jeden Geldbeutel gibt es eine Lösung, die zumindest einen Großteil des Tennisangebots abdeckt. Der fragmentierte Markt ist ein Ärgernis, aber er ist auch ein Zeichen dafür, dass Tennis in Deutschland ein begehrtes Gut ist — sonst würden nicht so viele Anbieter um die Rechte kämpfen. Für die Zukunft bleibt die Hoffnung, dass sich der Markt konsolidiert und eine Plattform entsteht, die alle Grand Slams und die Tour unter einem Dach vereint. Bis dahin bleibt deutschen Tennisfans nichts anderes übrig, als mehrere Abos zu jonglieren — und sich darüber zu freuen, dass es zumindest an Live-Tennis keinen Mangel gibt.
