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ATP Masters 1000 Turniere: Kalender, Preisgeld und Quoten

Updated September 2026
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ATP Masters 1000 Turniere im Jahr 2026

Die ATP Masters 1000 sind die Pflichtstationen der Profis — neun Turniere, die zwischen den Grand Slams den Saisonrhythmus bestimmen und in der Ranglistenberechnung eine Schlüsselrolle spielen. Wer bei den Masters 1000 im Jahr 2026 konstant abliefert, steht am Jahresende unter den besten zehn der Welt. Wer sie ignoriert, riskiert Sanktionen und einen freien Fall im Ranking.

Zwischen Grand-Slam-Turnieren und der breiten ATP-Tour-Landschaft besetzen die Masters eine eigene Kategorie: zu groß für ein normales Turnier, zu häufig für ein Einzelereignis. Ihre Mischung aus Pflichtcharakter, Rekordpreisgeldern und Weltklasse-Teilnehmerfeldern macht sie zum vielleicht besten Indikator dafür, wer in einer Saison wirklich konstant spielt. Die Pflichtstationen der Profis sind kein Beiwerk — sie sind das Rückgrat der Tour.

Kalender und Format: Neun Turniere, drei Beläge, acht Monate

Die neun Masters-1000-Turniere verteilen sich über acht Monate der Saison, von März bis November, und decken alle drei Beläge ab. Jedes Turnier ist Pflicht für die Top 30 der Weltrangliste — Nichtteilnahme ohne medizinische Begründung wird mit null Punkten im Ranking bestraft.

Den Auftakt macht Indian Wells im März, oft als „fünftes Grand Slam“ bezeichnet, weil das Turnier in der kalifornischen Wüste mit 96 Spielern im Hauptfeld und einer Atmosphäre antritt, die den Majors kaum nachsteht. Es folgt Miami, ebenfalls mit 96er-Draw. Beide Turniere werden auf Hartplatz gespielt und bilden den sogenannten Sunshine Double.

Die Sandplatzsaison bringt drei Masters: Monte-Carlo im April, gefolgt von Madrid und Rom im Mai. Monte-Carlo ist das einzige Masters-Turnier, bei dem die Teilnahmepflicht formal gelockert ist — historisch bedingt, weil es ursprünglich nicht zur Pflichtkategorie gehörte. In der Praxis spielen dennoch nahezu alle Top-Spieler, weil die 1 000 Rankingpunkte zu wertvoll sind, um sie liegenzulassen. Madrid besticht durch seine Höhenlage von über 650 Metern: Die dünnere Luft lässt den Ball schneller fliegen und gibt Aufschlagspielern einen Vorteil, der auf anderen Sandplätzen fehlt. Rom — die Internazionali BNL d’Italia — gelten als die direkten Generalprobe für Roland Garros und ziehen regelmäßig die stärksten Sandplatz-Felder des Jahres an. Wer in Rom gewinnt, reist mit maximalem Selbstvertrauen nach Paris.

Nach den French Open folgen die nordamerikanischen Hartplatz-Masters: Toronto (auch als Canadian Open bekannt, alternierend zwischen Toronto und Montreal) und Cincinnati. Toronto bietet ein 56er-Feld und ist für viele Spieler der Einstieg in die nordamerikanische Hartplatzsaison nach der Sandplatzpause. Cincinnati findet traditionell in der Woche vor den US Open statt und dient als letzter Formtest — ein Turniersieg hier ist oft ein Vorbote für einen starken Auftritt in New York. Den Saisonabschluss der Masters bilden Shanghai im Oktober und Paris im November. Shanghai ist als einziges Masters in Asien positioniert: Mit seinem 96er-Feld und einer Kapazität von 15 000 Zuschauern in der Hauptarena ist es das größte Turnier außerhalb der Grand Slams. Die Rolex Paris Masters runden den Masters-Kalender als einziges Indoor-Turnier der Serie ab und bieten Spielern die letzte Chance auf große Rankingpunkte vor dem Saisonfinale in Turin.

Insgesamt bieten die neun Masters-Turniere mehr als 550 Matches pro Saison. Die Draws variieren zwischen 56 und 96 Spielern, wobei Indian Wells, Miami und Shanghai die größten Felder stellen. Das Format sieht im Hauptfeld Best-of-Three-Sätze vor, was bedeutet, dass selbst ein Masters-Titel in weniger als zwei Wochen errungen werden muss — ein komprimierter Zeitrahmen, der taktische Anpassungsfähigkeit und physische Frische gleichermaßen belohnt.

Preisgeld und Profit-Sharing: Wo das Geld fließt

Die Masters-1000-Turniere gehören zu den bestdotierten Events der ATP Tour — nur die Grand Slams und die ATP Finals bieten mehr. Die kombinierten Preisgelder aller neun Turniere übersteigen 2026 die Marke von 80 Millionen US-Dollar, wobei Indian Wells, Miami und Shanghai mit den höchsten Einzelfonds aufwarten.

Ein Titelgewinn bei einem Masters bringt dem Sieger in der Regel zwischen 900 000 und 1,3 Millionen US-Dollar, je nach Turnier. Doch die eigentliche finanzielle Innovation der letzten Jahre ist das Profit-Sharing-Modell: Seit der OneVision-Reform teilen die Masters-1000-Veranstalter einen Teil ihrer operativen Gewinne direkt mit den Spielern. Laut ATP Tour flossen 2025 insgesamt 18,3 Millionen US-Dollar an Profit-Sharing-Ausschüttungen an 186 Spieler — ein Anstieg von 25 Prozent gegenüber den regulären Turnierpreisgeldern.

Dieses Modell ist bedeutsam, weil es auch Spieler belohnt, die in frühen Runden ausscheiden. Wer im Hauptfeld steht und in der zweiten Runde verliert, erhält neben dem Turniergeld einen zusätzlichen Profit-Share-Anteil. Für Spieler außerhalb der Top 50, die von Turnier zu Turnier rechnen müssen, kann diese Summe den Unterschied zwischen einer profitablen und einer defizitären Saison ausmachen. Die OneVision-Reform, die diese Umverteilung ermöglicht hat, war eines der umstrittensten Projekte der ATP-Geschichte — aber ihre finanzielle Wirkung ist inzwischen unbestreitbar.

Auch die Qualifikationspreisgelder wurden in den letzten Jahren angehoben. Ein Erstrundenverlierer in der Qualifikation eines Masters-1000-Turniers erhält inzwischen mehrere Tausend Dollar — kein Vermögen, aber ein Signal, dass die Tour auch die Spieler an der Peripherie nicht vergessen will. Für den deutschen Markt, in dem mehrere Spieler zwischen ATP-Hauptfeld und Qualifikation pendeln, hat das praktische Relevanz.

Die Gesamtkompensation für ATP-Spieler erreichte 2025 den historischen Höchstwert von 269,6 Millionen US-Dollar — und die Masters-Turniere tragen mit ihren Preisgeldern und dem Profit-Sharing einen wesentlichen Teil dazu bei. Die Pflichtstationen der Profis sind also nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich die Eckpfeiler der Tour.

Punktesystem: 1 000 Punkte und die Pflicht zur Teilnahme

Ein Masters-1000-Titel bringt, wie der Name schon sagt, 1 000 Rankingpunkte — die höchste Punktzahl, die ein Spieler außerhalb der Grand Slams (2 000 Punkte) und der ATP Finals (bis zu 1 500 Punkte) in einem Turnier sammeln kann. Die Punkteverteilung ist progressiv: Der Finalist erhält 650 Punkte, ein Halbfinalist 400, ein Viertelfinalist 200.

Der Pflichtcharakter der Masters hat weitreichende Konsequenzen für die Ranglistenberechnung. Da die Punkte aller neun Turniere in das 52-Wochen-Ranking einfließen, können Spieler sich die Masters nicht aussuchen. Wer 2025 in Indian Wells das Halbfinale erreicht hat, muss diese 400 Punkte 2026 verteidigen — oder sie verlieren. Diese Verteidigungslogik erzeugt einen ständigen Druck, der die zweite Saisonhälfte für viele Spieler zur Nervenprobe macht. Ein Spieler, der im Vorjahr bei fünf Masters gute Ergebnisse erzielt hat, steht vor der fast unlösbaren Aufgabe, dieses Niveau über den gesamten Kalender hinweg zu reproduzieren.

Für Spieler außerhalb der Top 30 sind die Masters eine Chance und ein Risiko zugleich. Wer eine Wildcard oder einen Qualifikationsplatz erhält, kann durch einen tiefen Turnierlauf hunderte Punkte gewinnen und im Ranking massiv klettern. Gleichzeitig ist ein Erstrundenverlust in der Qualifikation eine verpasste Woche ohne Punkte und mit hohen Reisekosten.

Für deutsche Spieler wie Jan-Lennard Struff oder Yannick Hanfmann sind die Masters-Turniere Gelegenheiten, sich mit der absoluten Weltspitze zu messen und Punkte zu sammeln, die bei kleineren Turnieren nicht verfügbar sind. Ein Viertelfinale bei einem Masters bringt genauso viele Punkte wie ein Titelgewinn bei einem ATP-250-Event — mit dem Unterschied, dass die Gegner in Runde drei eines Masters zur Top 10 der Welt gehören. Die Pflichtstationen der Profis belohnen die Besten, verlangen aber von allen Teilnehmern die höchste Einsatzbereitschaft.